Studienkosten besser als Werbungskosten oder Sonderausgaben eintragen?

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Gefragt 6 Jan von 31338 Steuerfrage.de-Newcomer (160 Punkte)

Habe in einer anderen Frage Folgendes gelesen:

"Die erfassten Kosten im Bereich Studium werden als Werbungskosten berücksichtigt. Unter den Berufsausbildungskosten werden die Kosten als Sonderausgaben berücksichtigt."

In welcher Kategorie kommen einem die Kosten mehr zugute? 

Sitze gerade an Steuererklärungen für mehrere Jahre, falls für das Erststudium etwas anderes gilt, als für das Zweitstudium, würde ich mich über einen entsprechenden Hinweis freuen.

1 Antwort

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Beantwortet 7 Jan von 31338 Steuerfrage.de-Newcomer (160 Punkte)

Falls es noch wen interessiert hier wird das Thema sehr gut erklärt.

Kommentiert 7 Jan von Anonym
So hab ich es bei smartsteuer im Studentenbereich gesehen:

Die Kosten für die erste Ausbildung ​außerhalb eines Dienstverhältnisses wie für ein Erststudium zählen zu den » Sonderausgaben«. Diese können Sie nur bedingt mit Einnahmen verrechnen und nicht in andere Jahre übertragen.

Bei den Kosten einer Zweitausbildung ​wie für einen Bachelor nach einer Erstausbildung handelt es sich um Fortbildungskosten. Diese können meist in spätere Jahre, in denen Sie höhere Einnahmen erzielen, übertragen werden. Man spricht hier von einem »Verlustvortrag«.


Die Kosten für die erste Ausbildung werden damit schlechter behandelt als die Kosten einer Zweitausbildung. Das höchste deutsche Gericht - das Bundesverfassungsgericht - muss entscheiden, ob diese Ungleichbehandlung rechtmäßig ist.

smartsteuer empfiehlt: ​Machen Sie eine Steuererklärung, in der Sie davon ausgehen, dass das Bundesverfassungsgericht die Kosten der ersten Ausbildung als Fortbildungskosten akzeptiert. Geben Sie Ihre Kosten unter »Kosten als Student für Steuerpflichtiger / Ehemann« vollständig ein und smartsteuer berücksichtigt Ihre Kosten automatisch als Werbungskosten, zu denen Fortbildungskosten zählen.

Damit wird die Feststellung eines Verlustes beantragt. Kommt das Bundesverfassungsgericht zu dem Ergebnis, dass auch die Kosten der ersten Ausbildung als Werbungskosten zu behandeln sind, dann haben Sie eine Menge Geld gespart – weil Sie präventiv gehandelt und Ihre Ausgaben in einer Steuererklärung angegeben haben.

Hinweis: ​In Ihrem Steuerbescheid wird das Finanzamt wahrscheinlich diese Kosten nicht als Werbungskosten anerkennen. Das Finanzamt wird dies aber in einem »Vorläufigkeitsvermerk« notieren. Sie brauchen dann nichts zu unternehmen. Erst nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts entscheidet das Finanzamt endgültig. Einen ​​​​Einspruch müssen Sie nicht einlegen, um von einer positiven Entscheidung zu profitieren – warten Sie einfach nur ab.

Kommt das Bundesverfassungsgericht zu dem Ergebnis, dass die unterschiedliche Behandlung in Ordnung ist, haben Sie nichts verloren. Ihre Ausgaben werden dann leider nicht anerkannt, aber Sie erleiden keine Nachteile.
Kosten im Zusammenhang mit einer Erst- oder Zweitausbildung innerhalb eines Dienstverhältnisses erfassen Sie bitte unter den Werbungskosten im Bereich »Arbeitnehmereinkünfte«.
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